Vernunftkraft? Nein danke!

Energiewende auch in Biebertal ? (Grafik: Grüne Bundesverband)

Energiewende auch in Biebertal ? (Grafik: Grüne Bundesverband)

Bei der Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative „Königsberger Gegenwind“ am 20. März referierten Bernhard Klug und Dr. Detlef Ahlborn von der bundesweit tätigen Initiative „Vernunftkraft“.

Tenor der Vorträge: Der Versuch, die Energiewende zu schaffen, ist eine sinnlose Verschwendung von Ressourcen und Windkraftanlagen führen zum Verfall der Immobilienpreise und zum Rückgang des Tourismus.

Wir haben einige Aussagen der Referenten hinterfragt und damit ganz im Sinne von Herrn Klug gehandelt: „Bleiben Sie kritisch!“

Der Anteil des deutschlandweiten Energiebedarfs, der durch Erneuerbare Energien gedeckt wird, liegt bei nur 1,2%, die Ausbaubemühungen sind daher sinnlos.

Der in den Raum gestellte Wert von 1,2% beschreibt nicht den Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung, sondern deren Anteil am Gesamtenergieverbrauch. Das beinhaltet unter anderem die Bereiche Strom, Wärme und Verkehr.

Bei dieser Darstellung kommt aber zu kurz, dass die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen insbesondere beim Heizen (Wärmepumpen, Wärmenetze) und beim Verkehr (Elektromobilität) eine wichtige Rolle spielen wird. Das gilt auch hinsichtlich der Speicherung des „nicht grundlastfähigen“ Stroms aus Wind und Sonne.

Alleine mit Wind- und Sonnenstrom ist die Energiewende natürlich nicht zu schaffen. Deren Ausbau muss zum Beispiel einhergehen mit einer Förderung des öffentlichen Verkehrs und des Radverkehrs, mit der Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene und mit einem Ausbau von Wärmenetzen. Und: Energieeinsparung muss attraktiver werden, besonders für die Industrie.

Zur Energiewende gehört eine Vielzahl von Maßnahmen, im Grunde auch ein Wandel unseres Konsumverhaltens.

Strom aus Sonnen- und Windenergie ist nicht speicherbar.

Bislang seien keine ausreichend leistungsfähigen Akkus entwickelt worden und Pumpspeicherkraftwerke müssten gigantisch groß sein, führte Herr Dr. Ahlborn aus. Das Verfahren „Power-to-gas“ bezeichnete er als Energievernichtung.

Bei diesem Verfahren wird mit Hilfe von überschüssigem Strom aus Wind oder Sonne mit Elektrolyse Wasserstoff hergestellt. Dieser kann gespeichert, zu einem kleinen Prozentsatz direkt ins Erdgasnetz eingespeist oder mittels Methanisierung in Methan umgewandelt werden. Das kann ebenso gespeichert oder zu 100% in das Erdgasnetz eingespeist werden. In Gaskraftwerken wird mit diesem Methan wieder Strom erzeugt, wenn der Strom aus Sonne und Wind fehlt.

Die von Herrn Dr. Ahlborn benannte „Energievernichtung“ besteht darin, dass hierbei durch Umwandlungsverluste nach seinen Angaben am Ende nur etwa 30% des zuvor erzeugten Stroms wieder zur Verfügung gestellt werden können. Er verschweigt dabei, dass die erzeugten Gase ebenfalls einen Nutzen haben: Entweder über das Erdgasnetz direkt beim Heizen oder bei der Stromerzeugung als Abwärme, die in Wärmenetze eingespeist werden kann.

Die Mainova in Frankfurt hat übrigens erst kürzlich ein 8 MW-„Power-to-heat“-Kraftwerk in Betrieb genommen (www.mainova.de/unternehmen/presse/18158.html). Dieses „kommt zum Einsatz, wenn ein Energieüberangebot im Stromnetz herrscht und kurzfristig zusätzliche Verbraucher benötigt werden“. Um die gleiche Menge Energie mit fossilen Brennstoffen zu erzeugen müssten laut Mainova rund 800 Liter Heizöl pro Stunde verfeuert werden.

Man sieht: Strom aus erneuerbaren Energien kann auf unterschiedliche Weise zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes beitragen.

Dass mit Hilfe intelligenter Stromnetze („smart grids“) der Verbrauch und viele kleine Speicher gesteuert werden können, wurde im Vortrag übrigens gar nicht erst erwähnt.

Der Anteil Deutschlands an den globalen CO2-Emissionen ist so lächerlich gering, dass unsere Anstrengungen sinnlos sind.

Hier bleibt eigentlich nur die fassungslose Frage: Wenn nicht einmal ein reiches Land wie Deutschland versucht, den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern, wie soll die Menschheit den Klimawandel dann überhaupt in den Griff bekommen? Darauf hoffen, dass sich irgendetwas ergibt?

Durch den Ausbau der Windkraft kommt es nicht zu einer „Glättung“ bei der Stromerzeugung.

Für diese These wurde vorausgesetzt, dass der Wind in Deutschland immer überall gleich stark weht. Eine gleichmäßige Verteilung von Windkraftanlagen führe also nicht zu einem Ausgleich von Erzeugungsspitzen und -tälern.

Vereinfacht gesagt: Entweder wird in ganz Deutschland wegen Flaute kein Windstrom erzeugt oder umgekehrt so viel Strom auf einmal, dass dieser nicht verbraucht werden kann. Letzteres mag für ein Sturmtief über Europa stimmen, die Grundaussage ist aber für den Normalfall absurd, wie eigentlich jeder selber beobachten kann.

Eine 3 MW-Windkraftanlage lässt sich durch das Moped von Onkel Heinrich oder einen Rasenmäher ersetzen.

Zugegeben: So hat Herr Dr. Ahlborn das nicht gesagt. Aber genau diesen Eindruck wollte er mit der Gegenüberstellung eines Windrades mit einem Motorradmotor erwecken. Zitat:“ Der passt sogar in Ihr Klo!“

Herr Dr. Ahlborn legte dar, dass eine 3-MW-Windkraftanlage bei schwachem Wind an etwa 100 Tagen im Jahr nur eine Leistung hat, die der eines 160 PS-Motors entspricht. Unabhängig davon, ob das stimmt, interessiert uns die Frage, wie lächerlich wenig 160 PS wirklich sind.

160 PS entsprechen etwa 120 kW. Wenn eine Windkraftanlage an den genannten 100 Tagen permanent mit einer Leistung von 120 kW arbeitet, erzeugt sie 288.000 kWh Strom. Das entspricht bezogen auf das Jahr 2013 dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von etwa 51 3-und-mehr-Personen-Haushalten (Quelle: Statistisches Bundesamt). Außerdem kann mit 120 kW immerhin noch der Spitzenbedarf von etwa 20 Haushalten gleicher Größe abgedeckt werden.

Wie muss jetzt aber der Motor beschaffen sein, der ein einziges dieser Windräder ersetzen könnte?

Hendryk Gaidies, unser Mitglied im Ausschuss für Bauen, Umwelt, Verkehr und Energie der Biebertaler Gemeindevertretung, hat bei Herrn Dr. Ahlborn nachgefragt und freundlicherweise ein paar Hinweise erhalten. Man müsse „Wandlungsverluste von 5% von der mechanischen Leistung (Motor) in elektrische Leistung (Generator)“ berücksichtigen. Also wäre ein 125 kW-Motor fast ausreichend. Herr Dr. Ahlborn wies auf Aggregate der Fa. Kohler (http://www.kohlerpower.com) hin. Wir haben einen Dieselgenerator ausgewählt und nicht schlecht gestaunt:

Das Aggregat ist in Länge, Breite und Höhe etwa 3,50 x 1,20 x 2,30 Meter groß und wiegt 3,5 Tonnen. Der Verbrauch bei Volllast von 32,5 Litern Diesel pro Stunde ist auch nicht zu verachten. Über einen Zeitraum von 100 Tagen wären das immerhin 78.000 Liter Diesel.

Zu Hause auf dem Klo wird das wohl schwierig.

Um auf diese Weise acht Windkraftanlagen (im Helfholz) zu ersetzen, müsste man also 624.000 Liter Diesel in 100 Tagen verbrennen. In 100 windschwachen Tagen, wohlgemerkt.

Mit unserem „Motorradmotor“ gibt es aber noch weitere Probleme:

Der Motor muss gekühlt werden und was macht man mit der ganzen Wärme? Denn der von Herrn Dr. Ahlborn genannte hohe Wirkungsgrad von über 90% lässt sich nur durch Verwertung der Abwärme erreichen.

Auf den Hinweis, dass Dieselaggregate oder fest installierte Dieselkraftwerke nicht besonders langlebig sind (1 bis 2 Jahre bis zur Motor-Überholung) und selbst bei hoher Auslastung einen schlechteren Wirkungsgrad (ca. 30%) als Kohlekraftwerke besitzen (http://de.wikipedia.org/wiki/Inselanlage) hat Herr Dr. Ahlborn leider nicht mehr reagiert.

Fehlplanung Windpark Kalteiche

Am Beispiel des Windparks Kalteiche bei Haiger wollte Herr Dr. Ahlborn belegen, dass sich solche Parks nicht rechnen. Einem prognostizierten Ertrag von 7 Mio. kWh pro Jahr stünde ein tatsächlicher Ertrag von 4 Mio. kWh gegenüber, der Park müsse also mittelfristig vor dem wirtschaftlichen Aus stehen.

Unsere Nachfrage bei der Energiegenossenschaft Haiger ergab, dass diese Darstellung nicht stimmt. Der Ertrag sei wegen mehrerer windschwacher Jahre in Folge zwar tatsächlich geringer als erhofft, liege aber auf jeden Fall über der Prognose, die Grundlage für die Finanzierung war.

Die Zahlen, die Herr Dr. Ahlborn präsentierte, waren mit dem Hinweis „energymap.info“ versehen. Doch der Anschein einer Quellenangabe trügt: In der umfangreichen Datensammlung des um Transparenz bemühten Portals sind bislang keine Daten des Windparks Kalteiche enthalten! Dafür findet man einen wichtigen Hinweis:

„Wie wir bereits im Abschnitt über die gesetzlichen Grundlagen der EEG-Meldepflicht dargelegt haben, besteht der ausdrückliche Wunsch des Gesetzgebers nach einem Anlagenregister schon seit vielen Jahren.
Bis heute (Stand November 2014) wurde es jedoch faktisch nicht umgesetzt. Immerhin wurde im Rahmen der EEG Novelle 2014 eine ‚Anlagenregisterverordnung‘ formuliert und die Bundesnetzagentur mit der Umsetzung beauftragt. Faktisch gab es bisher jedoch noch keine öffentliche Ausschreibung zu diesem ‚500.000 EUR Projekt‘. Real sichtbar sind bei der BNetzA nur ein paar händische gestrickte Excel-Tabellen. Dem Wunsch des Gesetzgebers nach Transparenz ist damit noch lange nicht genüge getan.“

i

Windkraftanlagen führen beim Tourismus zu einem Rückgang der Übernachtungszahlen

Herr Klug präsentierte Übernachtungszahlen der Stadt Ulrichstein im Vogelsberg, die innerhalb von 20 Jahren von etwa 100.000 auf aktuell 8530 pro Jahr zurückgegangen sein sollen. Ursache hierfür seien die Windkraftanlagen.

Bei diesem scheinbaren Zusammenhang werden wesentliche Faktoren außer Acht gelassen. Anscheinend sind Herrn Klug die größer werdenden strukturellen Probleme im Vogelsberg nicht bekannt.

Fundierter ist die Touristenbefragung, die unter der Leitung von Prof. Dr. Christian Diller vom Institut für Geographie der Gießener Universität durchgeführt wurde (www.uni-giessen.de/cms/fbz/fb07/fachgebiete/geographie/institut/presse/2014/pm_2014_12_04): „Gäste, die im Vogelsberg Erholung suchen, fühlen sich durch Windenergieanlagen offenbar weniger gestört als befürchtet. Entsprechende Sorgen von Gastgeberinnen und Gastgebern sind daher unbegründet.“

Windkraftanlagen führen zum Wertverlust von Immobilien

Laut Herrn Klug verlieren Immobilien rund um Windkraftanlagen deutlich an Wert und werden sogar unverkäuflich, so dass massive Leerstände in den Ortslagen zu befürchten sind.

In der Zeitschrift „Immobilienbrief“ legt Prof. Dr. Günter Vornholz, Professor für Immobilienökonomie an der EBZ Business School in Bochum im Mai 2014 dar: „Während es kurzfristig durch den Bau von Windkraftanlagen zu Verzögerungen beim Verkauf von Immobilien und zu geringfügigen Preiszugeständnissen kommen kann, sind langfristig keine großen Wertminderungen bei Wohnimmobilien zu erwarten. Der Wert und die Preisentwicklung der Immobilien wird von ökonomischen und demografischen Einflüssen dominiert und nicht durch Windkraftanlagen in einigen hundert Metern Entfernung.“

Herr Klug erwähnt die Studie von Prof. Dr. Vornholz zwar, bezeichnet diese allerdings als Unsinn – ohne näher darauf einzugehen.

Infraschall

Gegen Ende der Veranstaltung kam noch kurz das Thema Infraschall zur Sprache. Man beschränkte sich aber nur auf den Hinweis, dass seitens Vernunftkraft der Entwurf des Faktenpapiers zum hessischen Expertenhearing „Infraschall“ (www.energieland.hessen.de/Expertenhearing_Infraschall) schlichtweg nicht anerkannt wird. Ende der Diskussion!

In der abschließenden Fragerunde erkundigte sich Hendryk Gaidies bei Herrn Dr. Ahlborn, welche Alternativen dieser denn zum Ausbau der Erneuerbaren Energien vorschlage? Die Antwort des Referenten lautete: Die Erhöhung der Effizienz. Herr Klug ergänzte, dass außerdem die Forschung verstärkt werden müsse.

Das soll also die Kraft der Vernunft sein? Dann lohnt es sich wirklich, kritisch zu bleiben!

Wir wollen nicht unterschlagen, dass bei den Vorträgen auch berechtigte Kritik vorgebracht wurde. Zum Beispiel am CO2-Zertifikatehandel in seiner aktuellen Form oder am indirekt durch die erneuerbaren Energien mit verursachten Anstieg des CO2-Ausstoßes in Deutschland.

Beides ist aber die Folge davon, dass die Energiewirtschaft die Umstellung des Kraftwerksparks und des Stromnetzes nur halbherzig betreibt und der Gesetzgeber noch einige Regelungslücken zu stopfen hat.

Die Erhöhung der Effizienz auf der Erzeuger- und Verbraucherseite ist auf jeden Fall ein wichtiger Bestandteil der Energiewende. Wir fragen uns aber, ob den beiden Herren bekannt ist, dass die fossilen Energieträger (und selbst Uran) endlich sind?

Oder herrscht hier das „Prinzip Hoffnung“: Irgendjemand wird es irgendwann und irgendwo schon für uns lösen?

Dann sollte man aber wenigstens nicht jeden als Scharlatan oder Idioten beschimpfen, der sich wissenschaftlich mit der Erzeugung und Speicherung von Strom aus erneuerbaren Quellen beschäftigt.

  14 comments for “Vernunftkraft? Nein danke!

  1. Dr. Roland Aßmann
    4. Mai 2017 at 10:12

    Sehr geehrter Herr Gröf,

    gestern Abend hat eine Büdinger Stadtverordnete der Grünen meine in meinem Kommentar vom 18.04.2017, 17:22 Uhr beschriebene Alternative zum Ausbau der Windenergie nach einer Sitzung des Bauausschusses zum Thema „Windenergie-Vorrangflächen“ im persönlichen Gespräch als „lächerlich“ bezeichnet. Mir erschließt sich jedoch nicht, warum bei all der Lächerlichkeit allein Deutschland die vier marokkanischen Solarprojekte Noor I bis Noor IV mit insgesamt 829 Mio. Euro finanziert. Hinzu kommen weitere Fördermittel der EU.

    Noch weniger erschließt sich mir jedoch, warum Ihrer Partei eine fundierte Antwort so schwer fällt. Wenn diese Alternative nach ausgiebiger Erörterung verworfen wurde, müsste eigentlich eine detaillierte Begründung bereits in der Schublade liegen, zumal ich führende Grüne bereits mehrfach öffentlich darauf hingewiesen habe. Oder glauben die Verantwortlichen, dass der eingeschlagene Weg zur Erreichung einer Energiewende alternativlos ist und sie deshalb erst gar nicht über Alternativen nachdenken müssen? Letzteres würde sich mit meinen bisherigen Erfahrungen decken.

    Könnte mir vorstellen, dass viele vom Windenergieausbau direkt betroffene Bürger es Ihrer Partei besonders übel nehmen werden, wenn ihnen bewusst werden sollte, dass mögliche, vielleicht sogar zielführendere Alternativen mit dem Ziel, Lobbyinteressen der Windenergiebranche zu schützen, bewusst aus der öffentlichen Diskussion herausgehalten werden.

    Viele Grüße
    Dr. Roland Aßmann

  2. Dr. Roland Aßmann
    25. April 2017 at 10:39

    Sehr geehrter Herr Gröf,

    leider warte ich noch immer auf Ihre Antwort auf mein Angebot, das ich Ihnen in meinem Kommentar vom 21. April 2017, 22:31 unterbreitet habe. Wann testen wir gemeinsam die Bereitschaft Ihrer Partei, die Energiewende, die leider immer noch nahezu ausschließlich auf eine Stromwende mit äußerst limitierter Wirkung auf den deutschen CO2-Ausstoss fixiert ist, auf andere Bereiche, z.B. Straßen- und Flugverkehr, Prozesswärme, etc. auszuweiten (s. mein Kommentar vom 18. April 2017, 17:22 Uhr)?

    Oder überwiegen auch bei Ihnen, wie bereits bei einigen Politikern von Grünen und SPD erlebt, die Bedenken, dass diese Vorgehensweise so erfolgreich sein könnte, dass es die hochsubventionierte Geschäftsmodelle der sog. Energiebürger sowie institutionellen Großanleger in Windkraft und Photovoltaikanlagen bei uns gefährden könnte?

    Sollte Ihnen dieser Schritt zu groß sein, biete ich Ihnen gerne als ersten Schritt an, die umfangreichen, bisher geführten Schriftwechsel mit diversen Politiker(innen) und Wissenschaftlern gemeinsam zu sichten und daraus erste Ableitungen zu treffen. Leider lassen diese Unterlagen kaum einen anderen Schluss zu. Zu offensichtlich ist die unmittelbare und durchgängige Abwehrhaltung mit oftmals fadenscheinigen Begründungen.

    Allerdings würde ich mich auch im Sinne eines effektiven Klimaschutz freuen, wenn Sie mich eines Besseren belehren würden und wir Ihre Partei für mehr Klimaschutzschutz ohne immer weitergehende Beeinträchtigung unserer Landschaften, unserer Natur und der betroffenen Anwohner gewinnen könnten.

    Der von Ihnen so oft zitierte Dr. Ahlborn ist da einen Schritt weiter. Am 20. April 2017 hat er mir nach einer Reise durch Marokko geschrieben:

    Hallo Roland,

    ich habe nun Noor 1* aus einigen hundert Metern Entfernung gesehen. Im Prinzip ist dieses Konzept (sogar) aus meiner Sicht „nicht schlecht“, weil es das Zappelstrom-Problem wesentlich entschärft. Besonderheit dort: Ein großer See, dessen Inhalt als Kühlwasser dient. ………….

    Gruß Detlef“

    Auch die FDP und die CSU laufen den Grünen im Hinblick auf die ökologischen Folgen der Windenergie mittlerweile den Rang ab und kämpfen gemeinsam, z.B. mit den BUND-Mitbegündern und -Funktionären, Freiherr Enoch zu Guttenberg und Harry Neumann, für den Erhalt der Natur in unserem Land.

    Auch bei der CDU sind einige Politiker weiter. So fordern eine Reihe von hessischen Kommunalpolitikern in einem öffentlichen Rundschreiben vom 8. März 2017:

    „1. Eine vernünftige, technologisch funktionierende Energiepolitik im Rahmen eines europäischen Gesamtkonzeptes

    4. Schutz der Natur vor Industrialisierung, Verhinderung von Windenergieanlagen im Wald und Verhinderung einer übermäßigen Belastung unserer Heimat.“

    Wie stellen sich die Grünen angesichts der in meinem Kommentar 22. April 2017, 00:00 Uhr dargestellten und vom Bundeswirtschaftsministerium veröffentlichen Zahlen die Zukunft der Energiewende vor? Doppelt so viel Windenergie, dreimal so viel Windenergie, fünfmalmal so viel Windenergie oder gar zehnmal mal oder mehr so viele Windenergieanlagen in Deutschland?

    Wer die Fakten nüchtern betrachtet und sich auch mit den Auswirkungen auseinandersetzt (s. am Ende beigefügte Links), kann zu dem Schluss gelangen, dass spätestens dann die Grünen gemeinsam mit der SPD ökologisch die rote Laterne umhängen haben.

    Also nochmals mein Appell an Sie: Lassen Sie uns einen gemeinsamen Vorstoß wagen.

    Viele Grüße
    Roland Aßmann

    *Noor I ist eines von vier Solargroßkraftwerken (Noor I bis IV) in Marokko. Noor I ist bereits in Betrieb und basiert auf der sog. Solarrinnentechnologie. Auch Noor II ist ein Solarrinnenkraftwerk, aber mit 7 statt 3 Stunden thermischen Speicher. Noor III wird ein sog. Solarturmkraftwerk mit sogar 8 Stunden thermischen Speicher. Noor IV wird ein Photovoltaikkraftwerk ohne Speicher. Zusammen erzeugen sie mit hoher Verfügbarkeit (ca. 360 Tagen / Jahr) eine Gesamtleistung von 580 MW. Das entspricht etwa der durchschnittlichen Leistung (nicht zu verwechseln mit der installierten Leistung) von 1000 aktuellen Windenergieanlagen an Binnenstandorten und damit mehr als aktuell in Hessen installiert. Der Flächenbedarf liegt bei etwa 30 qkm, also etwa 5,5 km x 5,5 km. Die Projekte werden mit 829 Mio. € durch Deutschland sowie weiteren Mitteln der EU finanziert (weitere Infos: s. https://www.youtube.com/watch?v=kl7CAYXrX3U).

    Weitere Links zum Thema Naturschutz:

    http://www.waz-online.de/Gifhorn/Brome/Mutwillig-entfernt-Rotmilan-Horst-verschwunden

    https://www.nabu.de/news/2015/12/19931.html

    http://www.haz.de/Nachrichten/Der-Norden/Uebersicht/Unbekannter-erschiesst-Seeadler-Weibchen

    https://www.welt.de/wirtschaft/energie/article145280864/Energiewende-toetet-Deutschlands-heimliches-Wappentier.html

    https://www.merkur.de/bayern/pfeilangriff-schwarzstoerche-oberpfalz-6486633.html

    http://www.westfalen-blatt.de/OWL/Lokales/Kreis-Minden-Luebbecke/Pr.-Oldendorf/1912334-Verwaltungsgericht-Minden-verhandelt-Windrad-Klagen-Entscheidung-steht-noch-aus-Nabu-will-die-Stoerche-retten

    http://www.bergedorfer-zeitung.de/vier-und-marschlande/article207251281/Geplante-Windraeder-Storchenhorst-muss-weichen.html

    http://www.br.de/nachrichten/oberfranken/inhalt/seeadler-windkraft-roeslau-nachwuchs-100.html

    http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/leben/detail/-/specific/Verdacht-Geschuetzte-Voegel-verschwinden-fuer-Windraeder-in-Thueringen-536466152

    Hier ist alles noch einmal zusammengefasst:

    http://www.nahe-natur.com/Freinatur/Windkraft/

  3. Dr. Roland Aßmann
    22. April 2017 at 00:00

    Damit die Behauptung manipulierter Fakten nicht so unbelegt im Raum steht, nachfolgend mein am 20.04.2017 vom Kreisanzeiger (Ausgabe Büdingen/Nidda) veröffentlichter Leserbrief, nachdem die Energieexpertin des DIW Claudia Kemfert falsche Angaben zum Stand der Energiewende gemacht und darauf basierend die sofortige Abschaltung von 8 Kraftwerken gefordert hatte.

    „Fake News

    Es wurde bereits viel über sog. Fake News, also bewusste Falschmeldungen berichtet. Justizminister Heiko Maas möchte sogar ein Gesetz mit drastischen Strafen erlassen. Angeblich schützen dagegen nur sog. Qualitätsmedien. Wie man sich am 19.04.2017 im Kreisanzeiger überzeugen konnte, sitzt unser Justizminister dabei einer Illusion auf. Solange offizielle Stellen, z.B. die DIW-„Energieexpertin“ Claudia Kemfert, Strom und Energie nicht auseinander halten und die Redaktionen von Presse und Medien sowie unsere Politik „Falsch“ von „Wahr“ nicht unterscheiden können, hilft auch kein Gesetz. Der Energieanteil von Sonne, Wind und Biomasse lag laut dem Bundeswirtschaftsministerium im relativ windreichen Jahr 2015 bei 9,8%. Der Kreisanzeiger hatte berichtet: „Der Strom aus Wind, Sonne und Biomasse deckt bereits heute ein Drittel des deutschen Energiebedarfs.“ Die korrekte Formulierung müsste lauten: „Der Strom aus Wind, Sonne und Biomasse deckte im windreichen Jahr 2015 im Mittel knapp ein Drittel des deutschen Strombedarfs bzw. knapp ein Zehntel des deutschen Energiebedarfs.“ Weiterhin wurden im extrem kalten Januar 2017 bei der sog. Kälteflaute alle Reservekraftwerke benötigt, um das Stromnetz vor einem Zusammenbruch zu bewahren.

    Dr. Roland Aßmann“

    Nachtrag: Die Erträge der Windkraft bezogen auf den deutschen Primärenergieverbrauch waren laut Bundeswirtschaftsministerium:
    2014: 1,5%
    2015: 2,2%
    2016: 2,1%

    Zum Vergleich 2016:
    Photovoltaik: 1,0%
    Müllverbrennung/Deponiegas: 1,0%
    Biomasse: ca. 6,4% (Biogas + Brennholz)
    Biokraftstoffe: 0,9%
    s. https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/Energiedaten/energiedaten-gesamt-pdf-grafiken.pdf?__blob=publicationFile&v=14)

    Eine Falschmeldung des grünen Wirtschaftsministeriums kann einem Flyer mit dem hochtrabenden Namen „Windenergie – Mythen und Wahrheiten“ entnommen werden (s. https://www.hessen.de/sites/default/files/media/hmwvl/flyer_wind_mythenwahrheiten_web.pdf.

    Dort steht bei der Ermittlung der Anzahl der Hessen benötigten Windkraftwerke:

    „Die Ziele des Energiegipfels können mit 2100 – 2600 Anlagen erreicht werden!“ und weiter: „…..Dies beruht auf der Annahme, dass der technische Fortschritt dazu führt, dass im Jahr 2050 durchgängig ein Leistungsstandard erreicht ist, wie er bereits heute vereinzelt verbaut wird (7,5 MW/Anlage).“

    Das Problem ist: Erstens wurde bisher nirgendwo eine für Binnenstandorte geeignete 7,5 MW-Anlage aufgestellt und zweitens würden diese Anlagen einen Rotordurchmesser von etwa 190 m benötigen (heute üblich: 115…130 m) sowie sicherlich etwa 300 m Gesamthöhe erreichen. Solche Anlagen wären also etwa 1,5 mal so groß wie die heute üblichen Anlagen mit etwa 3 MW und damit kaum kompatibel mit den aktuellen Abstandsregelungen. So möchte der grüne Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir die Bürger mit manipulierten Fakten und Zahlen ruhigstellen, statt Sie fair und ehrlich zu informieren. Zur Vollständigkeit: Auf Basis der heute üblichen Baugröße werden etwa 4000 bis 4500 Anlagen benötigt.

    Die Aufzählung ließe sich mit einigen anderen Punkten, z.B. zum Schutzradius um Rotmilan-Horste, weiter fortsetzen.

  4. Dr. Roland Aßmann
    21. April 2017 at 22:31

    Sehr geehrter Herr Gröf,

    mir scheint, Sie haben meine Einlassung nicht verstanden. Das Durchsetzen der Windenergie mit manipulierten Fakten, zynischen Wortschöpfungen und einer Einschüchterung von Kritikern insbesondere unter den öffentlich Beschäftigten und das Ganze mit Verweis auf ein großes Ziel, das jedes Opfer rechtfertigt, hat objektiv betrachtet schon etwas Totalitäres.

    Auch wenn es Ihnen vielleicht nicht bewusst sein mag, Sie rauben damit vielen Menschen eine subjektiv lebenswerte Umwelt und Heimat. Einige leiden sogar objektiv unter den Folgen der Windenergie. So sind 600 m Mindestabstand bei bis zu 230 m hohen Windenergieanlagen menschenverachtend. Ihre Partei hat im Dezember 2015 im hessischen Landtag trotzdem gegen eine bürgerfreundliche 10H-Regelung gestimmt. Wer seine Ziele über das Wohl und die Gesundheit der Menschen stellt, muss sich nicht wundern, wenn er in die Nähe menschenverachtender Ideologen gerückt wird. Dass diese Ziele auf Basis ihrer Konzepte mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erreichbar sein werden, sollte zusätzlich mit in die Bewertung einbezogen werden. Selbst einer Ihrer EE-Päpste Prof. Quaschning von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin gibt das in seiner HTW-Sektorkopplungsstudie 2016 (s. http://pvspeicher.htw-berlin.de/wp-content/uploads/2016/05/HTW-2016-Sektorkopplungsstudie.pdf) unumwunden zu.

    Auf Seite 25 schreibt er: „Zur Reduktion der regenerativen Stromerzeugung in Deutschland und zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit kann ein Teil der Power-to-Liquid-Treibstoffe aus Ländern mit einem besseren Solarstrahlungs- oder Windangebot als Deutschland importiert werden.“ Da frage ich mich, warum nicht gleich so.

    Eine Stellungnahme zu dem erwähnten Gesetzgebungsverfahren, die die zwei Themen „Windabnahme“ und „Alternative zur Windenergie“(s. Kommentar vom 18.04.17, 17:22 Uhr) behandelte, wurde von der schwarz-grünen Landesregierung mit einer gänzlich an den Haaren herbeigezogenen Behauptung aus dem Verkehr gezogen. Gerade Ihre grüne Parteifreundin Angela Dorn wusste warum. Denn sie kannte einen Teil der Argumente bereits vorher aus einem intensiven Schriftwechsel. So hatte ihr der Leiter des betreffenden Forschungsprojektes des Max-Planck-Instituts in Jena am 04.08.2015 geschrieben:

    „Ich beschäftige mich als Wissenschaftler mit den natürlichen Grenzen der Windenergie und stehe im losen Austausch mit Herrn Aßmann. Seine Sorgen sind nicht ganz unbegründet, da das Windenergiepotenzial allzu oft weit überschätzt wird, auch in Deutschland, da bei den meisten Abschätzungen der Einfluss von grossen Windparks auf den Wind nicht berücksichtigt wird. Hierzu gibt es auch etwas in der Zeit: http://www.zeit.de/2014/42/windenergie-windrad-windkraft. Dieser Effekt spielt gegenwärtig wahrscheinlich noch eine untergeordnete Rolle, aber bei dem zukünftigen Ausbau wird dieser Effekt sicherlich eine wichtige Rolle spielen.“

    Es sollten wohl unbedingt zwei weitere, bisher wenig unbeachtete, aber für die Durchsetzung der Windenergie gefährliche Fronten im demokratischen Diskurs vermieden werden.

    Einer Partei, die so agiert, nehme ich ihre ehrliche Motivation und demokratische Gesinnung leider nicht (mehr) ab. Wem es primär um Klimaschutz geht, der nimmt alle Vorschläge dankbar auf, stellt die Argumente unvoreingenommen gegenüber und verwirft einen Vorschlag erst nach reiflicher Prüfung. Leider verhält sich ihre Partei gerade so nicht. Sie möchte unbedingt und ohne Rücksicht auf „Kollateralschäden“ die Symbole ihres Machtanspruches auf jedem Hügel sehen. Aber wir können gerne gemeinsam den Versuch starten, meine Unterstellungen auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen. Hierzu biete ich Ihnen jegliche Unterstützung an. Dann werden wir schnell sehen, wer näher an der Realität liegt und die Motivation ihrer Parteifreunde richtig einschätzt.

    Viele Grüße und ein schönes Wochenende
    Roland Aßmann

  5. Profilbild von Siegfried Gröf
    20. April 2017 at 22:06

    Sehr geehrter Herr Dr. Aßmann,
    ich möchte Ihnen empfehlen, sich auf Ihre sachlichen Kommentare (18. April, 17:22 Uhr) zu beschränken. Warum es eine „Bankrotterklärung“ (18. April, 17:47 Uhr) für eine politische Partei sein soll, wenn sie sich für zukunftsweisende Energiekonzepte einsetzt und dabei versuchen will, die Menschen einzubinden, verstehe ich nicht. Wenn Sie dieses Unterfangen aber dann auch noch ganz unausgesprochen und doch sonnenklar in die Nähe des Nationalsozialismus rücken, dann hat das mit einer sachlichen Auseinandersetzung wohl nichts mehr zu tun. Am Ende fallen dann Ihre Vorwürfe auf Sie selbst zurück … und das wäre doch wirklich schade.

    Viele Grüße zurück
    Siegfried Gröf

  6. Dr. Roland Aßmann
    18. April 2017 at 17:47

    Sehr geehrter Herr Gröf,

    Ihr Ansatz ist für eine politische Partei eine Bankrotterklärung. Eine demokratische Partei sollte zuerst einmal zuhören, die Sorgen und Nöte der Mitbürgerinnen und Mitbürger ernst nehmen sowie alle Möglichkeiten für eine sinnvolle Zukunftsgestaltung in Betracht ziehen. Das Gequatsche, man müsse die Menschen mitnehmen, kann ich nicht mehr hören. Wir hatten vor einigen Jahrzehnten eine Partei in Deutschland, die hat die Menschen mitgenommen, ob diese wollten oder nicht und das Ganze mit zynischen Sprüchen begleitet. Mit Wortschöpfungen wie Windpark, Schotterbiotop, Nutzwald, Smart Grid, usw. sind Sie zumindest am Zynismus dieser Epoche schon ganz nah dran. Und viele Menschen Mitbürgerinnen und Mitbürger wollen von Ihnen nicht mitgenommen werden in Ihre Zukunft in einem flächendeckenden Industriegebiet. Ich auch nicht. Vielleicht verstehen Sie das, vielleicht auch nicht.

    Es gibt Stellen in unserer Region, da können sie bald eine dreistellige Anzahl von Industrieanlagen in vormals schöner Landschaft sehen. Das ist die Realität abseits zynischer Sprüche.

    Viele Grüße
    Dr. Roland Aßmann

  7. Dr. Roland Aßmann
    18. April 2017 at 17:22

    Zur aktuellen Energiewende auf Basis heimischer Solar- und Windenergie gibt es eine Alternative, die ich als SOLARWENDE bezeichnen würde: Solarstromproduktion in dünn- und unbesiedelten Regionen des Sonnengürtels der Erde UND Umwandlung über sog. Power2X-Verfahren in chemisch gespeicherte Energie. Durch Power-to-Liquid-Verfahren können aus Strom, CO2 und Wasser auch synthetische Kraftstoffe erzeugt werden, die sich besonders einfach speichern und transportieren lassen. Dadurch wird Energieerzeugung und Verbrauch räumlich und zeitlich entkoppelt, eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Energiewende.

    Die Liste der Vorteile einer SOLARWENDE ist lang:
    – Ebenfalls weitgehend CO2-neutral

    – Die Energie kann in dünn- und unbesiedelten Regionen mit niedrigem Anteil an Flora & Fauna, aber kontinuierlich hoher Energiedichte erzeugt werden.

    – Unsere Landschaften, Natur und Anwohner werden nicht beeinträchtigt.

    – Speicherthema wird parallel gelöst, d.h. Erzeugung und Verbrauch werden entkoppelt.

    – Vorhandene Infrastruktur kann weiterbenutzt werden (Heizungen, Kraftfahrzeuge ohne Reichweitenproblem, Tankstellen, ……).

    – Ein schleichender Übergang durch immer höhere Beimischung ist möglich.

    – Nahezu alle Verbrauchsarten lassen sich bedienen (PKW, LKW, Schienenverkehr, Schiffsverkehr, Flugverkehr, Heizungen, Prozesswärme, Stromerzeugung.

    – Synthetische Kraftstoffe sind hochgradig rein und damit sehr viel kompatibler mit modernen Abgasreinigungsanlagen.

    – Es fallen bei der Produktion keine hochgiftigen Schweröle an.

    – Gelagerte, synthetisch erzeugte Kraftstoffe verringern den CO2-Gehalt der Atmosphäre wieder.

    – Wirtschaftlich benachteiligte Regionen, z.B. Maghreb-Staaten, erfahren wirtschaftlichen Aufschwung –> wirtschaftlicher Druck, der oftmals zu einer Emigration führt, nimmt ab.

    – Der Sonnengürtel der Erde teilt sich in eine Vielzahl von Staaten auf, darunter auch politisch absolut stabile Staaten wie z.B. Australien. Dadurch ist eine hohe Versorgungssicherheit möglich.

    – Durch die hohe Energiedichte (unter Berücksichtigung des Wirkungsgrades ca. 500 kWh pro m² und Jahr) könnte der aktuelle Energiebedarf von Deutschland auf einer relativ kleinen Nettofläche von ca. 100 km x 100 km erzeugt werden.

    – Eine Einbeziehung der vorhandenen Infrastruktur reduziert die Gesamtinvestitionskosten signifikant.

    – Potenzial des Energieangebots ohne jeglichen Zweifel ausreichend und im Gegensatz zur Windenergie weitgehend rückwirkungsfrei (bei Windkraft nimmt ab einer gewissen Dichte an Windenergieanlagen das Windaufkommen merklich ab – Stand der Forschung: kritisch ab ca. 0,3 MWi/km² oder ca. 100 GW installierter Leistung in Deutschland – s. Forschungsbericht „Wind speed reductions by large-scale wind turbine deployments lower turbine efficiencies and set low generation limits“ des Max-Planck-Instituts in Jena – Link: http://www.pnas.org/content/113/48/13570.full).

    – In Summe sehr viel niedrigere Komplexität (entkoppelte Prozesse) und ein erheblich höherer Standardisierungsgrad durch eine weit geringere Anzahl von benötigten Verfahren.

    Auch Verfechter der aktuellen Energiewende, z.B. Prof. Quaschning von der HTW Berlin in seiner Sektorkopplungsstudie 2016, räumen ein, dass es wahrscheinlich ohne den beschriebenen Weg nicht gehen wird. Denn die heimische Solar- und Windenergie ist hochgradig volatil und begrenzt.

    Die AKTUELLE ENERGIEWENDE (= STROMWENDE) weist dagegen einen gewaltigem Systemnachteil auf: Strom muss dagegen zum Zeitpunkt der Erzeugung verbraucht werden, was ohne die Verfügbarkeit von hocheffizienten, bezahlbaren Speichern schnell zu einem K.O.-Kriterium wird. Es ist kein Zufall, dass der CO2-Ausstoss in Deutschland trotz massiver Anstrengungen und einer Verspargelung weiter Landstriche seit einem Jahrzehnt faktisch konstant geblieben und in 2016 sogar gestiegen ist. Leider bekämpfen gerade Parteien und Organisationen, die sich angeblich besonders für den Klimaschutz einsetzen mit nicht nachvollziehbaren Argumenten die hier beschriebene Alternative und fördern aus ideologischen Gründen den Weg in eine elektrifizierte Gesellschaft. Dieses entlarvt den angeblichen Klimaschutz als reinen Lobbyismus, um Subventionen für eine umstrittene Branche zu ermöglichen, die gerade in ländlichen Regionen unsere Gesellschaft spaltet und zu Konflikten mit Natur-, Landschafts- und Denkmalschutz sowie mit Anwohnern führt.

    Es ist an der Zeit, dass die Grünen von Ihrem Dogmatismus, d.h. Energie muss dezentral erzeugt werden und heimischen Ursprungs sein (Anm.: könnte auch von Nationalisten so formuliert worden sein) verabschieden und sich endlich mit offenen Sinnen der Welt zuwenden. Mehr und mehr Menschen bemerken, dass die aktuelle Energiepolitik der Grünen unserm Land schwer schadet, dem Weltklima aber wenig bis nichts nützt.

  8. Andreas Guldner
    2. März 2017 at 10:10

    Hallo,
    für mich ist es gut zu wissen, dass doch die Mehrheit der Grünen nach wie vor zur Energiewende steht. Schön dass ihr euch auch zu den Thesen der Windkraftgegen äussert und diese auch schlüssig widerlegt. Letztlich geben sich Leute wie Ahlhorn der Lächerlichkeit preis, wenn sie mit verdrehten Zahlen argumentieren, wie z.B. mit dem Vergleich Motorrad und Windkraftanlage. Beendrucken kann man damit wohl Menschen, die keinen Sinn für grössere Zusammenhänge haben. Die Zuhörerschaft bei Veranstaltungen der Windkraftgegener beschränkt sich in der Regel auf Menschen im Rentenalter, die kein Problem haben 3 mal im Jahr an einer Schiffsluxusreise teilzunehmen und damit einen C02 Fussabdruck zu hinterlassen, der dem einer Familie eines ganzen Jahres entspricht.
    Auch ich war auf der Web-Seite der „Vernunftkraft … hier wird ausschliesslich postfaktisch argumentiert. Wirkliche Alternativen zum Verbrauchen der letzten fossilen Energievorräte werden ja nicht aufgezeigt. Daher wird nicht klar was Vernunftkraft unter „Vernuftkraft“ versteht … vermutlich weiterhin „Kohle und Atom, daraus Strom“
    Mit freundlichen Grüßen
    Andreas Guldner

  9. Clauss Milan
    10. Februar 2017 at 10:13

    Habe die Webseite von Vernunftkraft besucht. Sehr schlüssig und kompetent. Und deutlich weniger ideologisch aufgeladen als Ihre nicht sehr überzeugenden „Argumente“. Vor allem der simple Hinweis auf den Emissionshandel ist sehr erhellend. Was Sie propagieren, sind teure Pseudoaktionen einer Wohlstandsgesellschaft. Heuchelei.

  10. Profilbild von Siegfried Gröf
    31. August 2015 at 16:33

    Sehr geehrter Herr Kröger,
    es wundert mich, dass der Kommentar schon einmal sichtbar war, weil alle Kommentare zuerst genehmigt werden müssen. Da ich längere Zeit offline war und der Hinweis zum Kommentar dann auch noch im Spamfilter gelandet war, hat sich diese Genehmigung bis jetzt verzögert. Dafür kann ich nur um Entschuldigung bitten!

    Viele Grüße
    Siegfried Gröf

  11. Wolffgang Kröger
    6. August 2015 at 09:36

    Wo ist denn mein Kommentar vom 06.08.2015 geblieben?
    eben war noch da und plötzlich ist er weg?

    MfG Wolfgang Kröger, 06.08.2015

  12. Wolfgang Kröger
    6. August 2015 at 09:09

    Hallo Grüne,
    ein Gegenredner wirft dem anderen Gegenredner Populismus vor, wie niedlich:>)

    Warum sind die Grünen heute in der Opposition?
    M.E. weil Sie mit Herrn Schröder den Startschuss für die Spaltung unserer Gesellschaft gegeben – und sich vom Natur- und Umweltschutz – sowie von einer nachhaltigen Vorsorge für den Gesundheitsschutz (GG Art 2/Abs. 2, und Menschrecht) weit entfernt haben.

    Kann es sein, dass das EEG ‐ Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien gemeinsam mit den Grünen in der Regierungszeit mit Herrn Schröder verabschiedet wurde? Wenn ja, kann man sehen welche Strompreise heute an der Börse zu bezahlen sind, welche Strompreise die Verbraucher heute treffen, ganz zu schweigen von der EEG-Umlagen Freistellung in Milliarden-Höhe für die Industrie, bisher in Deutschland. Und das mit dem Co2 Emissionsrechtehandel – marktwirtschaftlichen Instrumenten der Umweltpolitik – funktioniert nicht wirklich.<
    Oder habe ich hier was falsch verstanden?
    Im Land Niedersachsen wird VOR der Wahl 2013 von Grünen "Kein Fracking" postuliert!
    NACH der Wahl macht es "hoppla" und der Umweltminister NI Stefan Wenzel (Grüner) und sein Kollege Minister Olaf Lies (SPD) -Wirtschaftsminister – beide Ministerien verantwortlich für Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) in Niedersachsen – geben die Lüneburger Heide – als Natur- und Erholungsgebiet ausgewiesen – als Aufsuchgebiet für "Fracking" frei – und genehmigen der Firma Blue Mountain Exploration LLC die Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen im Erlaubnisgebiet Oldendorf (847qkm groß) bis zum 31.12 2017.
    Oder habe ich hier was falsch verstanden?

    Und um auch nur den Hauch von "Korruption" zu vermeiden, könnte es für die Grünen hilfreich sein, Spenden von der Windenergie-Branche wie OSTWIND – s. Quelle: http://www.spiegel.de/flash/flash-25268.html – oder fragwürdige Spenden vom Südwestmetall abzulehnen!, s. Spiegel vom 04.01.2015: "Rekordgeschenk kurz vor Weihnachten für die Grünen: Nach Informationen des SPIEGEL erhielt die Partei eine großzügige Spende der Südwestmetall – 100.000 Euro. Zu dem Arbeitgeberverband gehören auch eine ganze Reihe von Rüstungsfirmen." Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/gruenen-erhalten-100-000-euro-spende-von-suedwestmetall-verband-a-1011143.html.
    Oder habe ich hier was falsch verstanden?
    Und zum Schluss: Brandbrief: Basis-Grüne warnen Führung vor Rechtsruck – SPIEGEL, 20.02.2015
    Na denn, alles Gute!
    MfG Wolfgang Kröger, 06.08.2015

  13. Profilbild von Siegfried Gröf
    3. Juli 2015 at 18:32

    Sehr geehrter Herr Schaub,
    vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich gebe Ihnen vollkommen Recht, dass es wichtig ist, die Menschen auf dem Weg zur Energiewende mitzunehmen und Sie können sich sicher sein, dass wir das auch in Bezug auf die Windkraftanlagen in Königsberg immer noch versuchen.

    Aber wir vertreten auch eine klare Position zur Windkraft und wir werden unser Fähnchen nicht beim geringsten GEGENWIND nach dem Wind hängen. Es gibt eine ganze Reihe guter Argumente der Bürgerinitiative in Königsberg, mit denen wir uns gerne auseinandersetzen. Es gibt aber auch zahllose hanebüchene und abwegige Argumentationen, die über die Bürgerinitiative ungefiltert und unkommentiert ihren Weg in die lokale Presse finden.

    Wir werden es uns auch in Zukunft nicht nehmen lassen, diese Argumentation zu hinterfragen und entsprechende Gegenargumente ins Feld zu führen. Das ist weder „kurzsichtig“ noch „unsachlich“ und das ist auch nicht „dumm und ärgerlich“.

    Schöne Grüße
    Siggi Gröf

  14. Volker Schaub
    3. Juli 2015 at 18:13

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    aufmerksam verfolge ich die Diskussion rund um das Mega-Bauvorhaben in unserem Wald. Das Grünen-Programm zum Thema Energiepolitik kann sein, wie es will, ich habe zu wenig Ahnung von Strom oder Politik, also halte ich meinen Mund zu solchen Dingen. Was ich jedoch besser als viele andere einschätzen kann, ist der Zustand unserer heimischen Wälder. Die sich ergebenden Veränderungen in der Natur und die psycho-sozialen Folgen der beabsichtigten Baumaßnahmen mit irgendwelchen spezifizierten Fragestellungen wissenschaftlicher oder demagogischer Art abschließend zu kommentieren, ist extrem kurzsichtig und unsachlich fokussierend. Grüne sollten ganzheitlich debattieren und die Menschen mitnehmen. Mit dem, was und wie hier gesprochen wird, verliert der grün-parlamentarische Ansatz für den Schutz der Welt jegliche Rückendeckung beim Wähler. Die Grünen haben m. E. bei dem Biebertaler Bürger Verärgerung und Ohnmacht befördert. Das ist schwerwiegender als Energiepolitik, weil näher am Menschen. Richtig dumm und ärgerlich finde ich die Entscheidung von wem auch immer, sich hier auf eine Pro und Contra-Diskussion einzulassen. Wo bleiben kreative Ansätze, Argumente, die mit „… sondern…“ beginnen. ENTWEDER ODER GESPRÄCHE hinterlassen immer Sieger und Verlierer. Sehr ungeschickt, auch hinsichtlich zukünftiger Lobbyarbeit für den Umweltschutz.
    Liebe Grüße, Volker Schaub
    0163/725050
    Frankenbach

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zur Werkzeugleiste springen